Über 160 Jahre Firmengeschichte

Gegründet wurde das Unternehmen als „Maschinenbauanstalt und Schiffswerft“ 1850 in Rostock. Zahlreiche Rostocker Handwerker wurden eingestellt und als Maschinenbau-Experte trat der Ingenieur Albrecht Tischbein in das Unternehmen ein.
Die Rostocker St. Petersburger See- und Dampfschiffahrts AG erteilte Neptun den Auftrag zum Bau von zwei eisernen Schraubendampfern. Bereits ein Jahr später konnte das erste der beiden Schiffe, die "Erbgroßherzog Friedrich Franz", vom Stapel laufen. Die zwei Schraubendampfer waren für den Linienverkehr zwischen Rostock und St. Petersburg bestimmt.

Die Werft von Albert Tischbein wurde 1872 verkauft und wurde zur Hansa-Werft. Zwischenzeitig wurde im Jahr 1866 die Werft von Witte & Abendroth gegründet. Aus dieser Werft entstand 1870 die Rostocker Actien-Gesellschaft für Schiffs- und Maschinenbau. Aus dem Zusammenschluss dieser beiden Urfirmen entsteht im Jahr 1890 die Actien-Gesellschaft NEPTUN, Schiffswerft und Maschinenfabrik.

Im Verlauf der Jahrzehnte und besonders in den ersten 30 Jahren des 20. Jahrhunderts gelang es, viele Krisen zu bestehen. Der erste Weltkrieg und die hohe Inflation in den 20er Jahren sind nur zwei Beispiele für die schwierigen Rahmenbedingungen.

Nach 1945 und der deutschen Teilung konzentrierten sich die ostdeutschen Werften auf die Märkte im damaligen Ostblock. Der VEB NEPTUN WERFT gehörte in dieser Zeit zu den erfolgreichen Staatswerften der ehemaligen DDR. Unter den veränderten Bedingungen des internationalen Wettbewerbs nach der Wiedervereinigung wurden die Kapazitäten der Werften durch die EU neu definiert und der VEB NEPTUN WERFT als Werftstandort geschlossen. Umstrukturierungen als Konsequenzen aus der Einstellung des Schiffbaus 1991 prägten die nächsten Jahre.

Nach Aufgabe des Schiffsneubaus wurde das Unternehmen in Neptun Industrie Rostock (NIR) umbenannt. Mit der Integration in den Bremer Vulkan-Konzern hofften viele Menschen auf eine neue, erfolgreiche Ära - leider vergeblich. Das Unternehmen konzentrierte sich nun auf die Reparatur und die Modernisierung von Schiffen, ebenso wie auf die Zulieferung von schiffbaulichen Komponenten, den Stahlwasserbau und die Einrichtungen von RoRo-Schiffen.

1997 wurde die NIR von der MEYER Gruppe, zu der die MEYER WERFT in Papenburg gehört, übernommen. Viele Unternehmen der NIR, die in anderen Branchen tätig waren, wurden verkauft oder in die Selbständigkeit überführt. Die Schiffbauer aus Rostock-Warnemünde haben sich mit diesem Schritt auf den Neubau von Flusskreuzfahrtschiffen konzentriert. Seit 2000 verlassen nun auch wieder Neubauten die Werftanlagen in Mecklenburg-Vorpommern. Der Bau von Flusskreuzfahrtschiffen gehört mittlerweile zum festen Programm der Werft.

Seit März 2006 firmiert das Unternehmen zudem wieder unter dem Namen NEPTUN WERFT und ist bis heute mit rund 500 Mitarbeitern erfolgreich im Markt der Flusskreuzfahrtschiffe tätig.